Prozessbeginn zur Besetzung der Bastei verschiebt sich

Quelle: https://antirepac.noblogs.org/post/2020/08/26/prozesse-zur-hausbesetzung-der-bastei-und-kundgebung-abgesagt/

Weitere Infos folgen!

We will never stop squatting 😉

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Prozessbeginn zur Besetzung der Bastei

Quelle: https://antirepac.noblogs.org/post/2020/08/18/erste-prozesse-zur-hausbesetzung-der-bastei-am-21-juni-2019/

Am 21. Juni 2019 wurde die Bastei in Aachen besetzt. Die Besetzung war einerseits ein Zeichen der SolidaritĂ€t mit der „Fridays for Future“-Bewegung, die an diesem Tag eine große Demo in Aachen organisiert hatte. Außerdem sollte auf den vielen Leerstand und die furchtbaren ZustĂ€nde auf dem sogenannten „Wohnungsmarkt“ aufmerksam gemacht werden. Wie auch die fortschreitende Zerstörung der Erde, so werden diese ZustĂ€nde hauptsĂ€chlich durch die Logik des kapitalistischen Wirtschaftssystems verursacht, das alles – selbst GrundbedĂŒrfnisse wie Wohnen – in eine Ware verwandelt. Profit steht im Vordergrund, nicht das, was die Menschen brauchen. So sind in Aachen zum Beispiel fast 60 % der Haushalte Einpersonenhaushalte1 – kein Wunder, denn mit diesen lĂ€sst sich mit Abstand der höchste Gewinn erzielen. Familien oder WGs dagegen finden kaum noch Wohnungen in der Stadt. Die Mieten steigen unaufhaltsam und nĂ€hern sich in der Innenstadt dem Durchschnitt von 10 Euro/mÂČ, wĂ€hrend öffentlich geförderter Wohnraum fehlt und kaum neu geschaffen wird. Und viele GebĂ€ude stehen einfach leer und dienen der Spekulation, wĂ€hrend an der nĂ€chsten Ecke Menschen auf der Straße schlafen mĂŒssen.

Wir sind ĂŒberzeugt davon, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt, in der unsere Umwelt respektvoll behandelt wird, eine Welt, in der die weltweiten Ressourcen so umverteilt werden, dass alle Menschen ihre GrundbedĂŒrfnisse erfĂŒllen können. Auf dem Weg zu diesem Ziel sind Besetzungen eine politische Aktionsform, um Leerstand sichtbar zu machen oder auch, um sich den Wohnraum zu nehmen, der gebraucht wird, aber nicht bezahlbar ist.

Die Freund*innen, die nach der Besetzung der Bastei von der Polizei festgenommen wurden, werden nun vor Gericht gestellt. Der Vorwurf lautet Hausfriedensbruch. Wir kennen die Justiz und wissen, dass sie versuchen werden, den Prozess zu entpolitisieren. Das wollen wir verhindern. Deshalb werden wir vor jedem Gerichtstag eine Kundgebung an einem der vielen leerstehenden HÀuser veranstalten und die Prozesse zum Politikum machen. Denn wir bleiben dabei: Besetzungen sind legitim und verdammt nochmal notwendig! SolidaritÀt mit den Angeklagten!

Prozesstermin: Neue Infos kommen
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Die Bastei in Aachen wurde besetzt!

Hier noch einige EindrĂŒcke der Besetzung wĂ€hrend des internationalen Klimastreiks in Aachen.

Mehr zu den Inhalten der Besetzung: https://aachenbesetzen.noblogs.org/post/2019/06/21/besetzt-for-future/

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Besetzt for Future!

Aachen besetzt wieder!

Wir haben heute wÀhrend des internationalen Klimastreiks die Bastei besetzt.

[english below]

Wer schon etwas lĂ€nger in Aachen wohnt kennt die Bastei sicherlich. Zwischen 1930 und 1990 beherbergte sie Nachtlokale verschiedenster AusprĂ€gung. Seit 1994 gab hier das Theater K seine AuffĂŒhrungen zum Besten. 2014 zog das Theater wegen Renovierungsbedarf aus, seitdem steht das GebĂ€ude leer. Laut der Aachener Lokalpresse gehörte die Bastei zum damaligen Zeitpunkt dem Aachener Investor und Architekten Hans Kahlen, der ankĂŒndigte das GebĂ€ude baldmöglichst sanieren zu wollen. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt 2013 drohten ihm nach einem Gerichtsverfahren bis zu vier Jahre Haft wegen Steuerhinterziehung, Betrug und Insolvenzverschleppung rund um eine Großbaustelle in DĂŒsseldorf. Außerdem ist Kahlen Ideengeber und Erstinvestor fĂŒr das umstrittenene Einkaufszentrum Aquis Plaza am Kaiserplatz.

FĂŒr die Plaza mussten circa 29.000 qm Wohraum in der Innenstadt und der ansĂ€ssige Einzelhandel weichen. Kurz nachdem mit den Aachen Arkaden das erste Millionenschwere Prestige-Projekt der Stadt Aachen floppte (stehen doch hier inzwischen ĂŒber 70% der GeschĂ€ftsflĂ€chen leer), wurde ein weiterer Glas und Stahl-Tempel in der Innenstadt aus dem Boden gestampft. Die Effekte sind enorm. Kleine GeschĂ€fte die vorher in der Adalbertstraße angesiedelt waren mussten schließen oder wurden vertrieben. Die  verbliebenen GeschĂ€fts- und WohnrĂ€ume stehen seit dem Bau komplett leer und dienen einem anderen Aachener Immobilieninvestor, Gerd Sauren und seiner Aachener  Immobiliengesellschaft, als Spekulationsobjekte.

Die Aachener Wohnungsbaupolitik unterscheidet sich nicht im geringsten vom
bundesdeutschen Trend. Kommunaler und sozialer Wohnungsbau wurde nach und nach an die Privatwirtschaft verscherbelt, welche sich mit horrenden Mieterhöhungen eine goldene Nase verdient. Und wenn neu gebaut wird, dann entweder teure Eigentumswohnungen oder Unsinnsprojekte wie die Plaza. GrĂŒnflachen, Luftschneisen, Fahrradwege, erschwinglicher
Wohnraum in StadtnĂ€he und soziokulturelle Angebote mĂŒssen dem stĂ€dtischen Bebauungsplan weichen. Der Unterschied zwischen Joghurt und unserer Stadt? Joghurts haben eine aktive und lebendige Kultur.

KĂ€mpfe verbinden!

WĂ€hrend die ökologische Grundlage unseres Lebens immer schneller zerstört wird, ist Wohnraum reichlich vorhanden. Er ist nur falsch verteilt. Wohnraum, Essen und wichtige GebrauchsgĂŒter gibt es im Überfluss in Deutschland. Nur 1.6% der Deutschen arbeiten in der Landwirtschaft und könnten damit nicht nur problemlos alle Deutschen ernĂ€hren, sondern darĂŒber hinaus noch einiges exportieren. 1% der Deutschen arbeiten in der Bauindustrie und bauen viel mehr HĂ€user als benötigt werden oder ökologisch sinnvoll wĂ€ren. Jedes neu errichtete GebĂ€ude verbraucht nicht nur eine große Menge an fossilen
Baustoffen und Energie. Es zerstört auch unwiederbringlich das Ökosystem, und mit ihm die natĂŒrlichen FlĂ€chen, die zu Bauland umgewidmet werden. Oder bei bereits bebauter FlĂ€che, das Haus, dass abgerissen wird und die darin verwendeten fossilen Baustoffe. DarĂŒber hinaus ist erschwinglicher Wohnraum oft nur weit entfernt von InnenstĂ€dten/ArbeitsplĂ€tzen vorhanden, was zur Steigerung des Pendelverkehrs fĂŒhrt.

Wie viel Menschen arbeiten mĂŒssen, um sich ihr Leben leisten zu können hĂ€ngt zum Teil davon ab wie viel Miete (oder Kreditzinsen) sie fĂŒr ihren Wohnraum zu zahlen haben. Umso höher die Miete ist, umso stĂ€rker ist der Wachstumszwang. Da unsere Wirtschaft sich an ebenjenem Wachstum und nicht an den BedĂŒrfnissen der Menschen orientiert, ist es nicht verwunderlich, dass fĂŒr dieses Wachstum der Planet unwiederbringlich ausgebeutet wird.
Dieser Prozess funktioniert nur wegen Millionen arbeitenden Menschen, die auf ihren Lohnangewiesen sind, um im Kapitlismus ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dieser Arbeitszwang wird durch staatliche Gewalt aufrechterhalten. Es ist die Polizei, das MilitĂ€r, der Grenzschutz und der ganze staatliche Apparat, die uns daran hindern, an dem Überfluss, der produziert wird teil zu haben. Diese Institutionen stellen sicher, dass der erwirtschaftete
Reichtum zu einer kleinen Gruppe von Kapitalisten fließt und Menschen zwingt fĂŒr sie zu arbeiten. Wenn du hungrig bist, dich im Laden bedienst und erwischt wirst, wird dir die Polizei Gewalt zufĂŒgen (Ja auch Einsperren ist Gewalt). Eigentumsrechte werden durch permanente Gewalt  aufrechterhalten, dienen nur denen, die viel Eigentum haben und erzeugen den Arbeitszwang, welcher wiederum die ökologische Zerstörung vorantreibt.
NatĂŒrlich gibt es gewisse Sozialleistungen (zum Beispiel Hartz IV). Jedoch sind diese Leistungen an Auflagen geknĂŒpft und sanktionierbar, mit dem Ziel, dass möglichst viel gearbeitet wird. Der Staat wendet also permanent Gewalt gegen die Bevölkerung an, mit der Konsequenz, dass unser aller Überleben in Gefahr gebracht wird.

Warum besetzen?

Wir haben uns Raum genommen, den so viele Menschen brauchen. Diese Besetzung ist eine Form der direkten Aktion. Das heißt wir erhoffen uns nichts von der Politik, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand. Andere Formen der direkten Aktion können sein: die Blockade eines  Kreuzfahrtschiffs, die Umwandlung eines Parkplatzes in einen Gemeinschaftsgarten oder die Verteidigung eines Waldes gegen Rodung usw. Das Ziel der direkten Aktion ist es, durch den Bruch des Gesetzes das alte System unmöglich zu machen und gleichzeitig FreirĂ€ume zu schaffen, in denen Experimente fĂŒr ein ökologisches und soziales Leben Platz haben.

Gerechte Klimapolitik kann nicht unabhÀngig von sozialen KÀmpfen und Wirtschaftsweisen funktionieren. Da die Logiken von Privateigentum, stÀndigem Wachstum, Konkurrenz und Herrschaft die heutige Klimakrise verursacht haben, kann diese nicht innerhalb des bestehenden Systems bekÀmpft werden. Deshalb fordern wir Energiekonzerne, Automibilindustrie und Immobilienhaie zu einteignen!

Nehmen wir unsere Zukunft selbst in die Hand!

An dieser Stelle wollen wir noch alle widerstĂ€ndigen, von Repression oder RĂ€umung bedrohten Projekte grĂŒĂŸen… Wir bleiben muffig!

[english]

Aachen is squatting again!

During the international climate strike today, we occupied the Bastei. Those who live in Aachen for a bit longer, probably know the Bastei. Between 1930 and 1990 it hosted a lot of different kinds of pubs and bars. Since 1994 the Theater K played shows there. 2014 the theatre moved out, since then the building is empty. According to the local press, during this time the Bastei was owned by the architect and investor Hans Kahlen. Although Kahlen was one of the main initiators of the Aquis Plaza shoppingmall. More ore less 29.000 qm of living places were destroyed for this project and many little shops had to close or to move.

All over Germany its the same system: cheap living places get sold to private investors who raise the rents for their private enrichment. If there are new building projects, it‘s expensive flats for the rich or bullshit like the Aquis Plaza. While the ecological base of our lives is getting destroyed faster and faster, there is enough living spaces for all of us. Its just not well shared. Because our economical system is not based on the needs of people but on consum. It aims for a constant growing, while the fossil resources are not growing with it. So why should we build new houses, that again destroy landscape and need a lot of resources, if we can just move into the ones already existing and kept empty?

Thats what we‘re doing today byoccupying the Bastei. We take and open the place, so many people need. This occupation is a direct action. That means, we dont trust the politics but take the matter in our own hands. Direct actions are about to break the rules, to tear down the system and to open free spaces. In those spaces, we can try together to live an ecological and social life. If we want to fight for climate justice, we although have to fight against the capitalist logic of private property and power. This system is responsable for todays climate crisis.

So lets take our future in our own hands and create a different world.

At this point we want to send greetings to all resisting projects threatened by repression and eviction.

Lets stay angry!

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Die Muffi nicht verrotten lassen – Ein Aufruf

Seit der RĂ€umung der Muffi 5 ist viel Zeit vergangen. Es ist ruhig um Haus und Garten geworden – und ganz schoen hĂ€sslich.

BLB und RWTH haben keine Zeit verloren, schon am Tag der RĂ€umung wurde das Haus zugemauert und der Garten abgesperrt. Auch das leere RWTH GĂ€stehaus schrĂ€g gegenĂŒber und die Villa Mohnheim sind jetzt mit BauzĂ€unen umstellt und mit Brettern verrammelt.

Obwohl der BLB also mit allen Mitteln versucht eine erneute Nutzung der RĂ€ume zu verhindern, gibt er offen zu keine eigenen PlĂ€ne fĂŒr Haus, Villa und Garten zu haben. Überlassen wir dem BLB den Muffeterweg 5, mĂŒssen wir uns an hinter Bauzauenen verottenen Wohn- und Lebensraum gewöhnen.

Es liegt also an uns allen, uns etwas einfallen zu lassen um an die erfolgreichen aber viel zu kurzen Wochen anzuknuepfen und etwas Dauerhaftes entstehen zu lassen.

Lasst uns alle auf die eine oder die andere Art aktiv werden. Ob es Briefe, AntrÀge oder Beschwerden sind, eine gegossene Blume im Gemeinschaftsgarten oder ein Loch im Zaun.

 

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Pressemitteilung zur RĂ€umung in Aachen: Die Muffi 5 steht wieder leer…

(Aachen, 20.07.18) Heute morgen gegen 6 Uhr wurde das besetzte Haus im Muffeter Weg 5 in Aachen durch ein völlig unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig großes Polizeiaufgebot gerĂ€umt. Es wurden insgesamt acht Personen in Gewahrsam genommen, alle sind mittlerweile wieder frei. Eine Person wurde verletzt, bekam auf der Polizeiwache allerdings keine medizinische Behandlung.

Die Muffi 5 war am 30.06.18 besetzt worden, nachdem das GelĂ€nde jahrelang leer stand. Seitdem fanden dort viele Aktionen statt, Haus und Garten wurden wieder nutzbar gemacht und der Öffentlichkeit zur VerfĂŒgung gestellt. Viele Menschen, auch aus der Nachbarschaft, kamen vorbei, haben mitgemacht und unterstĂŒtzt. Das Projekt bekam unglaubliche SolidaritĂ€t von ganz verschiedenen Seiten.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) hatte die Besetzung zunĂ€chst geduldet, nach Ablauf der ersten Woche jedoch Strafanzeige gestellt. Verhandlungen mit den Besetzer*innen seien nach Angaben des BLB gescheitert. Tatsache ist aber, dass es nie eine Verhandlungsangebot vonseiten des BLB gab. Er forderte die Besetzer*innen nur auf, das Haus freiwillig zu rĂ€umen. Das war natĂŒrlich keine Option, deshalb wurde jetzt gewaltsam von der Polizei gerĂ€umt. Dem BLB seien „die HĂ€nde gebunden gewesen“. Das ist einfach falsch. Er hĂ€tte das GelĂ€nde problemlos zur unentgeltlichen Nutzung zur VerfĂŒgung stellen können. Stattdessen steht das Haus, das Jahre lang ungenutzt war, nun schon wieder leer. Der BLB hat keine weiteren PlĂ€ne was damit passieren soll.

Aber wichtig ist scheinbar, dass dann auch niemand anders dort eigene PlÀne verwirklichen kann. Innerhalb kurzer Zeit wurde das Haus durch den BLB und die RWTH mit Brettern und Mauern verbarrikadiert, sogar ein Zaun soll aufgebaut werden. Angesichts von Leerstand, Wohnungslosigkeit und fehlenden sozialen Treffpunkten ist es ist wohl kaum nötig, die AbsurditÀt des Ganzen nochmal zu betonen.

Trotz der RĂ€umung waren die drei Wochen ein ziemlicher Erfolg. Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstĂŒtzt haben und den Raum und alles, was dort entstanden ist, möglich gemacht haben. Es ist immer noch unglaublich wichtig, dass Leute sich zu Wort melden und die RĂ€umung, die nur dazu dient, die EigentumsverhĂ€ltnisse wieder herzustellen, nicht einfach hinzunehmen. Seid laut, organisiert euch, macht Demos, nervt den BLB und besetzt weiter!

In Aachen und ĂŒberall sonst stehen noch mehr GelĂ€nde und HĂ€user leer. Also heute ist nicht alle Tage…

BLB enteignen! FreirÀume schaffen!

***********************************
FĂŒr mehr Infos und bei RĂŒckfragen:

aachenbesetzen.noblogs.org
ac-besetzen@riseup.net
twitter: aachen_besetzen

Anmerkung: In einer ersten Version des Textes haben wir von sieben Ingewahrsamnahmen geschrieben, es waren aber acht.

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Einladung zum offenen Treffen im neuen Gemeinschaftsgarten am Muffeter Weg 5 – So, 15.07., 12 Uhr

Liebe Gartenfreund*innen!

Seit einigen Tagen gibt es einen neuen Gemeinschaftsgarten in Aachen. Im
Rahmen der Muffi5-Aktionswoche wurde eine vielfÀltige Gartenanlage
erschlossen, die viel zu lange ungenutzt war. Nun warten zwei
GewÀchshÀuser und einige Beete darauf bepflanzt und wiederbelebt zu
werden. 

Ein fĂŒr alle offener Gemeinschaftsgarten ist ein Ansatz, der sich schon
in vielen StÀdten wie z.B. Kassel, Köln oder Essen bewÀhrt hat. Auch in
Aachen gibt es in der Richardstraße und im Stadtpark bereits
gemeinschaftliche Gartenprojekte. Der Gemeinschaftsgarten Muffeter Weg
ist der erste mit einer eigenen GewÀchshausanlage. Hier können bereits
im FrĂŒhjahr Pflanzen angezogen werden, die spĂ€ter auf die verschiedenen
urbanen Gartenprojekte oder in der Stadt verteilt werden. Ein
gemeinschaftlich verwalteter Garten wĂŒrde außerdem einen wichtigen
RĂŒckzugsraum fĂŒr Tiere und Pflanzen erhalten und das ökologische
Bewusstsein der Besucher*innen stÀrken. 

In Zeiten die von Diskussionen ĂŒber Klimawandel und Luftverschmutzung
geprĂ€gt sind, bleiben GrĂŒnflĂ€chen in Aachen nach wie vor Mangelware.
Trotz der hohen Mieten haben nur wenige Bewohner*innen der Stadt Zugang
zu eigenen Gartenanlagen. Auch hier im Gemeinschaftsgarten Muffeter Weg
hat sich deshalb bereits eine motivierte und bunt gemischte Gruppe
gefunden, die das GrundstĂŒck gestaltet und verschönert. 

Nichtsdestotrotz gibt es noch viel zu tun: Neben der Gartenarbeit gibt
es auch noch jede Menge Raum der kĂŒnstlerisch gestaltet und Sitzecken
die verschönert werden wollen. Aber auch wem das alles nach zuviel
Arbeit klingt ist herzlich eingeladen. Zahlreiche versteckte
Sitzgelegenheiten laden zum Abschalten, Musizieren und Entdecken ein. 

Am Sonntag, den 15.07., möchten wir euch deshalb ab 12 Uhr zum offenen
Gartentreffen in den Muffeter Weg 5 einladen.

Kontakt: muffetergarten[at]riseup.net
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Tag X : RĂ€umung steht vor der TĂŒr! Aufruf zur SolidaritĂ€t mit der Muffi 5

Nach einem heute (11.07.2018) stattgefundenen Telefonat mit der Leitung des BLB, in dem wir aufgefordert wurden das Haus bis morgen zu verlassen, mĂŒssen wir davon ausgehen MORGEN oder ÜBERMORGEN 12./13. Juli 2018 von der Polizei gerĂ€umt zu werden.

Darum rufen wir dazu auf morgen ab 5 Uhr morgens beim Muffeter Weg 5 vorbeizukommen und PrĂ€senz zu zeigen. Die frĂŒhe Uhrzeit lĂ€dt zum FrĂŒhstĂŒcken ein. Brot ist reichlich vor Ort, bringt mit was ihr sonst noch mögt. Möglichst viele Beobachter_innen sind wichtig damit ein solcher Polizeieinsatz nicht unbeachtet bleibt!

Es lĂ€sst uns wĂŒtend und traurig zurĂŒck, dass der BLB trotz all den wunderbaren Entwicklungen die in der Muffi von statten gegangen sind und dem großen Zuspruch den dieser Raum erfahren hat, die RĂ€umung durchsetzen will!

Somit wird wiedermal ein Haus leer stehen, ein Ort der Begegnung und Diskussion wird verschlossen und alle weiteren Möglichkeiten wie z.B. der begonnene Gemeinschaftsgarten mĂŒssen erstmal zurĂŒckgelassen werden.

Kommt vorbei, gestaltet den Tag X um ihn nicht von der Polizei vermiesen zu lassen! Seid kreativ und widerstÀndig!

Wir sehen uns an der Muffi oder im lokalen Leerstand!

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BLB möchte Muffi wieder leer stehen lassen

Laut den Aachener Nachrichten möchte der Bau- und Leerstandsbetrieb NRW (BLB) “pflichtgemĂ€ĂŸ zeitnah Strafanzeige stellen”. Der Plan des BLB, das GebĂ€ude am Muffeter Weg 5 zu rĂ€umen, um es weiter leer stehen zu lassen, steht den Interessen der Besetzer*innen, Nachbar*innen und der anderen Nutzer*innen, die die Muffi in der letzten Woche zu dem gemacht haben, was sie nun ist (zur Erinnerung: https://aachenbesetzen.noblogs.org/post/2018/07/08/die-aktionswoche-ist-zu-ende-die-muffi-bleibt/), entgegen. Die “Pflicht” von der der BLB spricht, ist die Pflicht zur Profitmaximierung. Wir finden aber, dass insbesondere ein Landesbetrieb anderen Pflichten nachkommen sollte. Zum Beispiel der Pflicht, Wohnraum nicht ungenutzt verfallen zu lassen, sondern leer stehende GebĂ€ude der Allgemeinheit zur VerfĂŒgung zu stellen.

Als BegrĂŒndung fĂŒhrt der BLB außerdem an, die Anwohner*innen vor dem durch die Muffi verursachten LĂ€rm und MĂŒll schĂŒtzen zu wollen. Außerdem sei der BĂŒrgersteig vor der Muffi regelmĂ€ĂŸig blockiert, so dass “Passanten und Schulkinder ohne Zebrastreifen oder Ampel die Straße ĂŒberqueren mĂŒssen”.

Unsere Erfahrungen sehen anders aus: Wir haben von den Nachbar*innen in GesprĂ€chen fast ausschließlich positives Feedback bekommen. FĂŒr Beschwerden von Nachbar*innen ĂŒber LĂ€rm wurde ein Telefon eingerichtet, dessen Nummer an die Nachbar*innen verteilt wurde. Beschwert hat sich niemand. MĂŒll gibt es in und um die Muffi auch nicht: FĂŒr biologische AbfĂ€lle gibt es einen Kompost im Gemeinschaftsgarten, und auch Rest- und VerpackungsmĂŒll wird von uns ganz normal getrennt und entsorgt. Auch wenn sich ab und zu Gruppen von Menschen auf dem BĂŒrgersteig aufhalten, bleibt dieser stets fĂŒr alle benutzbar.

Die vom BLB angefĂŒhrten GrĂŒnde sind vorgeschobene GrĂŒnde, die davon ablenken sollen, dass das GebĂ€ude nach einer RĂ€umung weiterhin leer stehen wird und es seitens des BLB keinerlei NutzungsplĂ€ne fĂŒr Haus und Garten gibt.

Weil unsere Erfahrungen so anders sind als die, die der BLB gemacht zu haben scheint, möchten wir alle Nachbar*innen, die sich ĂŒber unsere Nachbarschaft freuen, darum bitten, das dem BLB mitzuteilen. Die BLB Niederlassung Aachen ist erreichbar unter der Telefonnummer +49241 435100 oder per E-Mail (ac.poststelle@blb.nrw.de). Die Aachener Nachrichten freuen sich außerdem bestimmt ĂŒber Leser*innenbriefe ĂŒber die Muffi (https://www.aachener-nachrichten.de/zva/polopoly/form/leserbriefe/index.php).

Wir gehen davon aus, dass der BLB beim Erstatten der Strafanzeige den selben Elan an den Tag legt, wie beim Suchen nach neuen Nutzungsmöglichkeiten fĂŒr das GelĂ€nde und freuen uns deshalb auf weitere 10 Jahre Muffi, die hoffentlich genau so schön werden, wie die letzte Woche.

Muffi bleibt!

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Die Aktionswoche ist zu Ende – die Muffi bleibt!

Am 30. Juni 2018 wurde ein Haus am Muffeter Weg 5 in Aachen besetzt. Seitdem haben wir, die Besetzer*Innen, Nachbar*Innen und UnterstĂŒtzer*Innen, bewiesen, dass wir das Haus und den dazugehörigen Garten besser nutzen können als der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der das Haus seit Jahren einfach leer stehen lĂ€sst. Wie der BLB den Aachener Nachrichten gegenĂŒber geĂ€ußert hat, hat er keine weiteren PlĂ€ne fĂŒr das GelĂ€nde. Wir schon.

In der letzten Woche hat sich in und um das Haus viel entwickelt. Es wurde gebaut, gebastelt, gegĂ€rtnert, eingerĂ€umt, dekoriert, geputzt. Im Haus gibt es jetzt eine gemeinsame KĂŒche, SchlafrĂ€ume, eine Sonnenterrasse und ein großes Wohnzimmer. Der Garten ist wieder begehbar, es gibt HĂ€ngematten, Beete und ein selbstgebautes Kompostklo. Auch die GewĂ€chshĂ€user sind teilweise schon wieder nutzbar. Vor dem Haus steht ein Foodsharing-Verteiler, in dem containertes oder anderes Essen geteilt werden kann.
All das wurde selbstorganisiert auf die Beine gestellt, es gab weder einen Masterplan noch irgendwelche “Chefs”. Es war total beeindruckend zu sehen, wie viele Leute hier einfach hinkamen, sich eingebracht haben mit ihren Ideen, ihrer Initiative, ihrem Wissen. Spontan haben sich an allen Ecken GrĂŒppchen gefunden, die ihre Projekte umgesetzt haben und alle haben auf ihre Art dazu beigetragen, den Raum zu gestalten. Und zwar ohne Hierarchien und Anleitung von oben.
An dieser Stelle geht ein fettes Dankeschön an alle, die mitgemacht haben, an alle, die Materialien vorbeigebracht haben, Möbel gespendet, gekocht, aufgerĂ€umt oder die Besetzung sonstwie unterstĂŒtzt haben.
Schön war auch, wie schnell und vielfĂ€ltig das Programm fĂŒr die Woche gefĂŒllt wurde. Es gab beispielsweise Workshops zu Technologiekritik, GebĂ€rdensprache, GĂ€rtnerei, Graffiti, Gender, Arbeitnehmer*Innenrechten, … Außerdem haben wir Filmabende veranstaltet, gemeinsam musiziert, diskutiert, gekocht, Kaffee getrunken und neue Leute kennengelernt. All das kostenlos und offen fĂŒr Alle.

Was wir diese Woche gesehen haben, das Engagement der Menschen im Haus, die vielen positiven Reaktionen und praktischen Hilfsangebote von Nachbar*Innen und anderen Menschen, lĂ€sst keine Zweifel daran, dass dieses Projekt weitergehen muss. Wie genau, das ist die Sache aller, die hier weiter mitgestalten wollen, aber es gibt schon viele Ideen. Im Gemeinschaftsgarten sind noch einige Beete unbepflanzt, das GewĂ€chshaus muss renoviert und eine Gemeinschaftswerkstatt eingerichtet werden. Es könnte ausserdem Raum geben fĂŒr eine offen zugĂ€ngliche Bibliothek, ein NachbarschaftscafĂ© und vieles mehr.

In einer Gesellschaft, in der alle immer mehr alleine mit ihren Problemen dastehen, in der Menschen zunehmend anonym aneinander vorbei leben, brauchen wir Orte wie diesen. RÀume, an denen wir der Vereinzelung etwas entgegen setzen können. Und wir brauchen mehr davon. Deswegen rufen wir dazu auf, in Aachen oder sonstwo, die Aktionsform zu kopieren und sich die RÀume, die gebraucht werden, einfach zu nehmen und zu gestalten.

Was die Muffi angeht, so werden wohl die nĂ€chsten Tage spannend werden. Wenn der BLB sich entscheidet, uns rausschmeißen zu lassen, rufen wir zu Aktionen der SolidaritĂ€t auf. Und nur zur Erinnerung: Die Muffi ist nicht das einzige Haus, das leer steht. Was immer kommt; es fĂŒhlt sich wie ein Anfang an, nicht wie das Ende.

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