Die Bastei in Aachen wurde besetzt!

Hier noch einige Eindrücke der Besetzung während des internationalen Klimastreiks in Aachen.

Mehr zu den Inhalten der Besetzung: https://aachenbesetzen.noblogs.org/post/2019/06/21/besetzt-for-future/

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Besetzt for Future!

Aachen besetzt wieder!

Wir haben heute während des internationalen Klimastreiks die Bastei besetzt.

[english below]

Wer schon etwas länger in Aachen wohnt kennt die Bastei sicherlich. Zwischen 1930 und 1990 beherbergte sie Nachtlokale verschiedenster Ausprägung. Seit 1994 gab hier das Theater K seine Aufführungen zum Besten. 2014 zog das Theater wegen Renovierungsbedarf aus, seitdem steht das Gebäude leer. Laut der Aachener Lokalpresse gehörte die Bastei zum damaligen Zeitpunkt dem Aachener Investor und Architekten Hans Kahlen, der ankündigte das Gebäude baldmöglichst sanieren zu wollen. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt 2013 drohten ihm nach einem Gerichtsverfahren bis zu vier Jahre Haft wegen Steuerhinterziehung, Betrug und Insolvenzverschleppung rund um eine Großbaustelle in Düsseldorf. Außerdem ist Kahlen Ideengeber und Erstinvestor für das umstrittenene Einkaufszentrum Aquis Plaza am Kaiserplatz.

Für die Plaza mussten circa 29.000 qm Wohraum in der Innenstadt und der ansässige Einzelhandel weichen. Kurz nachdem mit den Aachen Arkaden das erste Millionenschwere Prestige-Projekt der Stadt Aachen floppte (stehen doch hier inzwischen über 70% der Geschäftsflächen leer), wurde ein weiterer Glas und Stahl-Tempel in der Innenstadt aus dem Boden gestampft. Die Effekte sind enorm. Kleine Geschäfte die vorher in der Adalbertstraße angesiedelt waren mussten schließen oder wurden vertrieben. Die  verbliebenen Geschäfts- und Wohnräume stehen seit dem Bau komplett leer und dienen einem anderen Aachener Immobilieninvestor, Gerd Sauren und seiner Aachener  Immobiliengesellschaft, als Spekulationsobjekte.

Die Aachener Wohnungsbaupolitik unterscheidet sich nicht im geringsten vom
bundesdeutschen Trend. Kommunaler und sozialer Wohnungsbau wurde nach und nach an die Privatwirtschaft verscherbelt, welche sich mit horrenden Mieterhöhungen eine goldene Nase verdient. Und wenn neu gebaut wird, dann entweder teure Eigentumswohnungen oder Unsinnsprojekte wie die Plaza. Grünflachen, Luftschneisen, Fahrradwege, erschwinglicher
Wohnraum in Stadtnähe und soziokulturelle Angebote müssen dem städtischen Bebauungsplan weichen. Der Unterschied zwischen Joghurt und unserer Stadt? Joghurts haben eine aktive und lebendige Kultur.

Kämpfe verbinden!

Während die ökologische Grundlage unseres Lebens immer schneller zerstört wird, ist Wohnraum reichlich vorhanden. Er ist nur falsch verteilt. Wohnraum, Essen und wichtige Gebrauchsgüter gibt es im Überfluss in Deutschland. Nur 1.6% der Deutschen arbeiten in der Landwirtschaft und könnten damit nicht nur problemlos alle Deutschen ernähren, sondern darüber hinaus noch einiges exportieren. 1% der Deutschen arbeiten in der Bauindustrie und bauen viel mehr Häuser als benötigt werden oder ökologisch sinnvoll wären. Jedes neu errichtete Gebäude verbraucht nicht nur eine große Menge an fossilen
Baustoffen und Energie. Es zerstört auch unwiederbringlich das Ökosystem, und mit ihm die natürlichen Flächen, die zu Bauland umgewidmet werden. Oder bei bereits bebauter Fläche, das Haus, dass abgerissen wird und die darin verwendeten fossilen Baustoffe. Darüber hinaus ist erschwinglicher Wohnraum oft nur weit entfernt von Innenstädten/Arbeitsplätzen vorhanden, was zur Steigerung des Pendelverkehrs führt.

Wie viel Menschen arbeiten müssen, um sich ihr Leben leisten zu können hängt zum Teil davon ab wie viel Miete (oder Kreditzinsen) sie für ihren Wohnraum zu zahlen haben. Umso höher die Miete ist, umso stärker ist der Wachstumszwang. Da unsere Wirtschaft sich an ebenjenem Wachstum und nicht an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, ist es nicht verwunderlich, dass für dieses Wachstum der Planet unwiederbringlich ausgebeutet wird.
Dieser Prozess funktioniert nur wegen Millionen arbeitenden Menschen, die auf ihren Lohnangewiesen sind, um im Kapitlismus ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dieser Arbeitszwang wird durch staatliche Gewalt aufrechterhalten. Es ist die Polizei, das Militär, der Grenzschutz und der ganze staatliche Apparat, die uns daran hindern, an dem Überfluss, der produziert wird teil zu haben. Diese Institutionen stellen sicher, dass der erwirtschaftete
Reichtum zu einer kleinen Gruppe von Kapitalisten fließt und Menschen zwingt für sie zu arbeiten. Wenn du hungrig bist, dich im Laden bedienst und erwischt wirst, wird dir die Polizei Gewalt zufügen (Ja auch Einsperren ist Gewalt). Eigentumsrechte werden durch permanente Gewalt  aufrechterhalten, dienen nur denen, die viel Eigentum haben und erzeugen den Arbeitszwang, welcher wiederum die ökologische Zerstörung vorantreibt.
Natürlich gibt es gewisse Sozialleistungen (zum Beispiel Hartz IV). Jedoch sind diese Leistungen an Auflagen geknüpft und sanktionierbar, mit dem Ziel, dass möglichst viel gearbeitet wird. Der Staat wendet also permanent Gewalt gegen die Bevölkerung an, mit der Konsequenz, dass unser aller Überleben in Gefahr gebracht wird.

Warum besetzen?

Wir haben uns Raum genommen, den so viele Menschen brauchen. Diese Besetzung ist eine Form der direkten Aktion. Das heißt wir erhoffen uns nichts von der Politik, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand. Andere Formen der direkten Aktion können sein: die Blockade eines  Kreuzfahrtschiffs, die Umwandlung eines Parkplatzes in einen Gemeinschaftsgarten oder die Verteidigung eines Waldes gegen Rodung usw. Das Ziel der direkten Aktion ist es, durch den Bruch des Gesetzes das alte System unmöglich zu machen und gleichzeitig Freiräume zu schaffen, in denen Experimente für ein ökologisches und soziales Leben Platz haben.

Gerechte Klimapolitik kann nicht unabhängig von sozialen Kämpfen und Wirtschaftsweisen funktionieren. Da die Logiken von Privateigentum, ständigem Wachstum, Konkurrenz und Herrschaft die heutige Klimakrise verursacht haben, kann diese nicht innerhalb des bestehenden Systems bekämpft werden. Deshalb fordern wir Energiekonzerne, Automibilindustrie und Immobilienhaie zu einteignen!

Nehmen wir unsere Zukunft selbst in die Hand!

An dieser Stelle wollen wir noch alle widerständigen, von Repression oder Räumung bedrohten Projekte grüßen… Wir bleiben muffig!

[english]

Aachen is squatting again!

During the international climate strike today, we occupied the Bastei. Those who live in Aachen for a bit longer, probably know the Bastei. Between 1930 and 1990 it hosted a lot of different kinds of pubs and bars. Since 1994 the Theater K played shows there. 2014 the theatre moved out, since then the building is empty. According to the local press, during this time the Bastei was owned by the architect and investor Hans Kahlen. Although Kahlen was one of the main initiators of the Aquis Plaza shoppingmall. More ore less 29.000 qm of living places were destroyed for this project and many little shops had to close or to move.

All over Germany its the same system: cheap living places get sold to private investors who raise the rents for their private enrichment. If there are new building projects, it‘s expensive flats for the rich or bullshit like the Aquis Plaza. While the ecological base of our lives is getting destroyed faster and faster, there is enough living spaces for all of us. Its just not well shared. Because our economical system is not based on the needs of people but on consum. It aims for a constant growing, while the fossil resources are not growing with it. So why should we build new houses, that again destroy landscape and need a lot of resources, if we can just move into the ones already existing and kept empty?

Thats what we‘re doing today byoccupying the Bastei. We take and open the place, so many people need. This occupation is a direct action. That means, we dont trust the politics but take the matter in our own hands. Direct actions are about to break the rules, to tear down the system and to open free spaces. In those spaces, we can try together to live an ecological and social life. If we want to fight for climate justice, we although have to fight against the capitalist logic of private property and power. This system is responsable for todays climate crisis.

So lets take our future in our own hands and create a different world.

At this point we want to send greetings to all resisting projects threatened by repression and eviction.

Lets stay angry!

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Die Muffi nicht verrotten lassen – Ein Aufruf

Seit der Räumung der Muffi 5 ist viel Zeit vergangen. Es ist ruhig um Haus und Garten geworden – und ganz schoen hässlich.

BLB und RWTH haben keine Zeit verloren, schon am Tag der Räumung wurde das Haus zugemauert und der Garten abgesperrt. Auch das leere RWTH Gästehaus schräg gegenüber und die Villa Mohnheim sind jetzt mit Bauzäunen umstellt und mit Brettern verrammelt.

Obwohl der BLB also mit allen Mitteln versucht eine erneute Nutzung der Räume zu verhindern, gibt er offen zu keine eigenen Pläne für Haus, Villa und Garten zu haben. Überlassen wir dem BLB den Muffeterweg 5, müssen wir uns an hinter Bauzauenen verottenen Wohn- und Lebensraum gewöhnen.

Es liegt also an uns allen, uns etwas einfallen zu lassen um an die erfolgreichen aber viel zu kurzen Wochen anzuknuepfen und etwas Dauerhaftes entstehen zu lassen.

Lasst uns alle auf die eine oder die andere Art aktiv werden. Ob es Briefe, Anträge oder Beschwerden sind, eine gegossene Blume im Gemeinschaftsgarten oder ein Loch im Zaun.

 

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Pressemitteilung zur Räumung in Aachen: Die Muffi 5 steht wieder leer…

(Aachen, 20.07.18) Heute morgen gegen 6 Uhr wurde das besetzte Haus im Muffeter Weg 5 in Aachen durch ein völlig unverhältnismäßig großes Polizeiaufgebot geräumt. Es wurden insgesamt acht Personen in Gewahrsam genommen, alle sind mittlerweile wieder frei. Eine Person wurde verletzt, bekam auf der Polizeiwache allerdings keine medizinische Behandlung.

Die Muffi 5 war am 30.06.18 besetzt worden, nachdem das Gelände jahrelang leer stand. Seitdem fanden dort viele Aktionen statt, Haus und Garten wurden wieder nutzbar gemacht und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Viele Menschen, auch aus der Nachbarschaft, kamen vorbei, haben mitgemacht und unterstützt. Das Projekt bekam unglaubliche Solidarität von ganz verschiedenen Seiten.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) hatte die Besetzung zunächst geduldet, nach Ablauf der ersten Woche jedoch Strafanzeige gestellt. Verhandlungen mit den Besetzer*innen seien nach Angaben des BLB gescheitert. Tatsache ist aber, dass es nie eine Verhandlungsangebot vonseiten des BLB gab. Er forderte die Besetzer*innen nur auf, das Haus freiwillig zu räumen. Das war natürlich keine Option, deshalb wurde jetzt gewaltsam von der Polizei geräumt. Dem BLB seien „die Hände gebunden gewesen“. Das ist einfach falsch. Er hätte das Gelände problemlos zur unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung stellen können. Stattdessen steht das Haus, das Jahre lang ungenutzt war, nun schon wieder leer. Der BLB hat keine weiteren Pläne was damit passieren soll.

Aber wichtig ist scheinbar, dass dann auch niemand anders dort eigene Pläne verwirklichen kann. Innerhalb kurzer Zeit wurde das Haus durch den BLB und die RWTH mit Brettern und Mauern verbarrikadiert, sogar ein Zaun soll aufgebaut werden. Angesichts von Leerstand, Wohnungslosigkeit und fehlenden sozialen Treffpunkten ist es ist wohl kaum nötig, die Absurdität des Ganzen nochmal zu betonen.

Trotz der Räumung waren die drei Wochen ein ziemlicher Erfolg. Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützt haben und den Raum und alles, was dort entstanden ist, möglich gemacht haben. Es ist immer noch unglaublich wichtig, dass Leute sich zu Wort melden und die Räumung, die nur dazu dient, die Eigentumsverhältnisse wieder herzustellen, nicht einfach hinzunehmen. Seid laut, organisiert euch, macht Demos, nervt den BLB und besetzt weiter!

In Aachen und überall sonst stehen noch mehr Gelände und Häuser leer. Also heute ist nicht alle Tage…

BLB enteignen! Freiräume schaffen!

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Für mehr Infos und bei Rückfragen:

aachenbesetzen.noblogs.org
ac-besetzen@riseup.net
twitter: aachen_besetzen

Anmerkung: In einer ersten Version des Textes haben wir von sieben Ingewahrsamnahmen geschrieben, es waren aber acht.

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Einladung zum offenen Treffen im neuen Gemeinschaftsgarten am Muffeter Weg 5 – So, 15.07., 12 Uhr

Liebe Gartenfreund*innen!

Seit einigen Tagen gibt es einen neuen Gemeinschaftsgarten in Aachen. Im
Rahmen der Muffi5-Aktionswoche wurde eine vielfältige Gartenanlage
erschlossen, die viel zu lange ungenutzt war. Nun warten zwei
Gewächshäuser und einige Beete darauf bepflanzt und wiederbelebt zu
werden. 

Ein für alle offener Gemeinschaftsgarten ist ein Ansatz, der sich schon
in vielen Städten wie z.B. Kassel, Köln oder Essen bewährt hat. Auch in
Aachen gibt es in der Richardstraße und im Stadtpark bereits
gemeinschaftliche Gartenprojekte. Der Gemeinschaftsgarten Muffeter Weg
ist der erste mit einer eigenen Gewächshausanlage. Hier können bereits
im Frühjahr Pflanzen angezogen werden, die später auf die verschiedenen
urbanen Gartenprojekte oder in der Stadt verteilt werden. Ein
gemeinschaftlich verwalteter Garten würde außerdem einen wichtigen
Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen erhalten und das ökologische
Bewusstsein der Besucher*innen stärken. 

In Zeiten die von Diskussionen über Klimawandel und Luftverschmutzung
geprägt sind, bleiben Grünflächen in Aachen nach wie vor Mangelware.
Trotz der hohen Mieten haben nur wenige Bewohner*innen der Stadt Zugang
zu eigenen Gartenanlagen. Auch hier im Gemeinschaftsgarten Muffeter Weg
hat sich deshalb bereits eine motivierte und bunt gemischte Gruppe
gefunden, die das Grundstück gestaltet und verschönert. 

Nichtsdestotrotz gibt es noch viel zu tun: Neben der Gartenarbeit gibt
es auch noch jede Menge Raum der künstlerisch gestaltet und Sitzecken
die verschönert werden wollen. Aber auch wem das alles nach zuviel
Arbeit klingt ist herzlich eingeladen. Zahlreiche versteckte
Sitzgelegenheiten laden zum Abschalten, Musizieren und Entdecken ein. 

Am Sonntag, den 15.07., möchten wir euch deshalb ab 12 Uhr zum offenen
Gartentreffen in den Muffeter Weg 5 einladen.

Kontakt: muffetergarten[at]riseup.net
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Tag X : Räumung steht vor der Tür! Aufruf zur Solidarität mit der Muffi 5

Nach einem heute (11.07.2018) stattgefundenen Telefonat mit der Leitung des BLB, in dem wir aufgefordert wurden das Haus bis morgen zu verlassen, müssen wir davon ausgehen MORGEN oder ÜBERMORGEN 12./13. Juli 2018 von der Polizei geräumt zu werden.

Darum rufen wir dazu auf morgen ab 5 Uhr morgens beim Muffeter Weg 5 vorbeizukommen und Präsenz zu zeigen. Die frühe Uhrzeit lädt zum Frühstücken ein. Brot ist reichlich vor Ort, bringt mit was ihr sonst noch mögt. Möglichst viele Beobachter_innen sind wichtig damit ein solcher Polizeieinsatz nicht unbeachtet bleibt!

Es lässt uns wütend und traurig zurück, dass der BLB trotz all den wunderbaren Entwicklungen die in der Muffi von statten gegangen sind und dem großen Zuspruch den dieser Raum erfahren hat, die Räumung durchsetzen will!

Somit wird wiedermal ein Haus leer stehen, ein Ort der Begegnung und Diskussion wird verschlossen und alle weiteren Möglichkeiten wie z.B. der begonnene Gemeinschaftsgarten müssen erstmal zurückgelassen werden.

Kommt vorbei, gestaltet den Tag X um ihn nicht von der Polizei vermiesen zu lassen! Seid kreativ und widerständig!

Wir sehen uns an der Muffi oder im lokalen Leerstand!

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BLB möchte Muffi wieder leer stehen lassen

Laut den Aachener Nachrichten möchte der Bau- und Leerstandsbetrieb NRW (BLB) “pflichtgemäß zeitnah Strafanzeige stellen”. Der Plan des BLB, das Gebäude am Muffeter Weg 5 zu räumen, um es weiter leer stehen zu lassen, steht den Interessen der Besetzer*innen, Nachbar*innen und der anderen Nutzer*innen, die die Muffi in der letzten Woche zu dem gemacht haben, was sie nun ist (zur Erinnerung: https://aachenbesetzen.noblogs.org/post/2018/07/08/die-aktionswoche-ist-zu-ende-die-muffi-bleibt/), entgegen. Die “Pflicht” von der der BLB spricht, ist die Pflicht zur Profitmaximierung. Wir finden aber, dass insbesondere ein Landesbetrieb anderen Pflichten nachkommen sollte. Zum Beispiel der Pflicht, Wohnraum nicht ungenutzt verfallen zu lassen, sondern leer stehende Gebäude der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Als Begründung führt der BLB außerdem an, die Anwohner*innen vor dem durch die Muffi verursachten Lärm und Müll schützen zu wollen. Außerdem sei der Bürgersteig vor der Muffi regelmäßig blockiert, so dass “Passanten und Schulkinder ohne Zebrastreifen oder Ampel die Straße überqueren müssen”.

Unsere Erfahrungen sehen anders aus: Wir haben von den Nachbar*innen in Gesprächen fast ausschließlich positives Feedback bekommen. Für Beschwerden von Nachbar*innen über Lärm wurde ein Telefon eingerichtet, dessen Nummer an die Nachbar*innen verteilt wurde. Beschwert hat sich niemand. Müll gibt es in und um die Muffi auch nicht: Für biologische Abfälle gibt es einen Kompost im Gemeinschaftsgarten, und auch Rest- und Verpackungsmüll wird von uns ganz normal getrennt und entsorgt. Auch wenn sich ab und zu Gruppen von Menschen auf dem Bürgersteig aufhalten, bleibt dieser stets für alle benutzbar.

Die vom BLB angeführten Gründe sind vorgeschobene Gründe, die davon ablenken sollen, dass das Gebäude nach einer Räumung weiterhin leer stehen wird und es seitens des BLB keinerlei Nutzungspläne für Haus und Garten gibt.

Weil unsere Erfahrungen so anders sind als die, die der BLB gemacht zu haben scheint, möchten wir alle Nachbar*innen, die sich über unsere Nachbarschaft freuen, darum bitten, das dem BLB mitzuteilen. Die BLB Niederlassung Aachen ist erreichbar unter der Telefonnummer +49241 435100 oder per E-Mail (ac.poststelle@blb.nrw.de). Die Aachener Nachrichten freuen sich außerdem bestimmt über Leser*innenbriefe über die Muffi (https://www.aachener-nachrichten.de/zva/polopoly/form/leserbriefe/index.php).

Wir gehen davon aus, dass der BLB beim Erstatten der Strafanzeige den selben Elan an den Tag legt, wie beim Suchen nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände und freuen uns deshalb auf weitere 10 Jahre Muffi, die hoffentlich genau so schön werden, wie die letzte Woche.

Muffi bleibt!

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Die Aktionswoche ist zu Ende – die Muffi bleibt!

Am 30. Juni 2018 wurde ein Haus am Muffeter Weg 5 in Aachen besetzt. Seitdem haben wir, die Besetzer*Innen, Nachbar*Innen und Unterstützer*Innen, bewiesen, dass wir das Haus und den dazugehörigen Garten besser nutzen können als der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der das Haus seit Jahren einfach leer stehen lässt. Wie der BLB den Aachener Nachrichten gegenüber geäußert hat, hat er keine weiteren Pläne für das Gelände. Wir schon.

In der letzten Woche hat sich in und um das Haus viel entwickelt. Es wurde gebaut, gebastelt, gegärtnert, eingeräumt, dekoriert, geputzt. Im Haus gibt es jetzt eine gemeinsame Küche, Schlafräume, eine Sonnenterrasse und ein großes Wohnzimmer. Der Garten ist wieder begehbar, es gibt Hängematten, Beete und ein selbstgebautes Kompostklo. Auch die Gewächshäuser sind teilweise schon wieder nutzbar. Vor dem Haus steht ein Foodsharing-Verteiler, in dem containertes oder anderes Essen geteilt werden kann.
All das wurde selbstorganisiert auf die Beine gestellt, es gab weder einen Masterplan noch irgendwelche “Chefs”. Es war total beeindruckend zu sehen, wie viele Leute hier einfach hinkamen, sich eingebracht haben mit ihren Ideen, ihrer Initiative, ihrem Wissen. Spontan haben sich an allen Ecken Grüppchen gefunden, die ihre Projekte umgesetzt haben und alle haben auf ihre Art dazu beigetragen, den Raum zu gestalten. Und zwar ohne Hierarchien und Anleitung von oben.
An dieser Stelle geht ein fettes Dankeschön an alle, die mitgemacht haben, an alle, die Materialien vorbeigebracht haben, Möbel gespendet, gekocht, aufgeräumt oder die Besetzung sonstwie unterstützt haben.
Schön war auch, wie schnell und vielfältig das Programm für die Woche gefüllt wurde. Es gab beispielsweise Workshops zu Technologiekritik, Gebärdensprache, Gärtnerei, Graffiti, Gender, Arbeitnehmer*Innenrechten, … Außerdem haben wir Filmabende veranstaltet, gemeinsam musiziert, diskutiert, gekocht, Kaffee getrunken und neue Leute kennengelernt. All das kostenlos und offen für Alle.

Was wir diese Woche gesehen haben, das Engagement der Menschen im Haus, die vielen positiven Reaktionen und praktischen Hilfsangebote von Nachbar*Innen und anderen Menschen, lässt keine Zweifel daran, dass dieses Projekt weitergehen muss. Wie genau, das ist die Sache aller, die hier weiter mitgestalten wollen, aber es gibt schon viele Ideen. Im Gemeinschaftsgarten sind noch einige Beete unbepflanzt, das Gewächshaus muss renoviert und eine Gemeinschaftswerkstatt eingerichtet werden. Es könnte ausserdem Raum geben für eine offen zugängliche Bibliothek, ein Nachbarschaftscafé und vieles mehr.

In einer Gesellschaft, in der alle immer mehr alleine mit ihren Problemen dastehen, in der Menschen zunehmend anonym aneinander vorbei leben, brauchen wir Orte wie diesen. Räume, an denen wir der Vereinzelung etwas entgegen setzen können. Und wir brauchen mehr davon. Deswegen rufen wir dazu auf, in Aachen oder sonstwo, die Aktionsform zu kopieren und sich die Räume, die gebraucht werden, einfach zu nehmen und zu gestalten.

Was die Muffi angeht, so werden wohl die nächsten Tage spannend werden. Wenn der BLB sich entscheidet, uns rausschmeißen zu lassen, rufen wir zu Aktionen der Solidarität auf. Und nur zur Erinnerung: Die Muffi ist nicht das einzige Haus, das leer steht. Was immer kommt; es fühlt sich wie ein Anfang an, nicht wie das Ende.

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Einladung

Am Sonntag (08.07.) feiern wir um und in der Muffi 5 das Ende unserer Aktionswoche. Von 14 bis 20 Uhr gibt es für alle ein buntes Programm:

  • Gemeinschaftliches Gärtnern
  • Umsonstflohmarkt
  • Kaffeeklatsch
  • Gartenführung
  • Offener Austausch
  • Veganes mitmach-Buffet

Mehr Infos gibt es bald hier, stay tuned!

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Die Uni ist besetzt… aber von wem und für wen?

Anläßlich eines Tweets auf #aachenbesetzen, der zu Beginn der Besetzung von „studentischer Selbstbestimmung“ sprach, hier ein paar Gedanken zu ausschließender (Uni-)Politik.

Dieser Text möchte ein Diskussionsbeitrag zu einer Debatte sein, die hoffentlich verstärkt geführt wird. Es geht um die Frage warum schnell das falsche Bild vermittelt wird, eine Besetzung mit politischem Anspruch würde stets von Studierenden ausgehen. Zuerst einmal: Das besetzte Haus steht nicht für studentische Selbstbestimmung, sondern schlicht für Selbstbestimmung. Und nur weil das betreffende Gebäude zur RWTH gehört, heißt das nicht dass alle hier studieren.

Im Gegenteil, insbesondere Menschen die vom Schulsystem ausgesiebt wurden, weil die Noten nicht genügt haben oder das Verhalten nicht normkonform genug war, haben oft wenig Räume um sich gemeinsam und auf Augenhöhe weiterzubilden. Dies zu ändern sollte ein Anspruch dieser Besetzung sein. Das Bild vom sozialengargierten, intelligenten und ernstzunehmenden Studenten, der klar gegen den asozialen, stumpfen und ungebildeten Schulabbrecher, Hauptschüler etc. abgegrenzt wird, reproduziert die Gesellschaftliche Realität des Klassismus.

Ein vorhandenes oder fehlendes Abitur sagt NICHTS aus, über die Fähigkeit sich radikal politisch zu positionieren, zu argumentieren und zu handeln. Also lasst uns auf elitäre Karriereinstitute (wohin sich viele Schulen und Unis weiterhin entwickeln) scheißen und solidarisch und neugierig sein!

Bildung für alle, umsonst und selbstbestimmt!

PS: …..und wenn mir eine Uni sagt, dass ich da nicht hingehöre, weil ich kein Fetzen Papier besitze, der mir bescheinigt, dass ich in der Schule brav genug war, dann ist das ein wunderbarer Grund eben jene Institution zu squatten!

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