Einladung

Am Sonntag (08.07.) feiern wir um und in der Muffi 5 das Ende unserer Aktionswoche. Von 14 bis 20 Uhr gibt es für alle ein buntes Programm:

  • Gemeinschaftliches Gärtnern
  • Umsonstflohmarkt
  • Kaffeeklatsch
  • Gartenführung
  • Offener Austausch
  • Veganes mitmach-Buffet

Mehr Infos gibt es bald hier, stay tuned!

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Die Uni ist besetzt… aber von wem und für wen?

Anläßlich eines Tweets auf #aachenbesetzen, der zu Beginn der Besetzung von „studentischer Selbstbestimmung“ sprach, hier ein paar Gedanken zu ausschließender (Uni-)Politik.

Dieser Text möchte ein Diskussionsbeitrag zu einer Debatte sein, die hoffentlich verstärkt geführt wird. Es geht um die Frage warum schnell das falsche Bild vermittelt wird, eine Besetzung mit politischem Anspruch würde stets von Studierenden ausgehen. Zuerst einmal: Das besetzte Haus steht nicht für studentische Selbstbestimmung, sondern schlicht für Selbstbestimmung. Und nur weil das betreffende Gebäude zur RWTH gehört, heißt das nicht dass alle hier studieren.

Im Gegenteil, insbesondere Menschen die vom Schulsystem ausgesiebt wurden, weil die Noten nicht genügt haben oder das Verhalten nicht normkonform genug war, haben oft wenig Räume um sich gemeinsam und auf Augenhöhe weiterzubilden. Dies zu ändern sollte ein Anspruch dieser Besetzung sein. Das Bild vom sozialengargierten, intelligenten und ernstzunehmenden Studenten, der klar gegen den asozialen, stumpfen und ungebildeten Schulabbrecher, Hauptschüler etc. abgegrenzt wird, reproduziert die Gesellschaftliche Realität des Klassismus.

Ein vorhandenes oder fehlendes Abitur sagt NICHTS aus, über die Fähigkeit sich radikal politisch zu positionieren, zu argumentieren und zu handeln. Also lasst uns auf elitäre Karriereinstitute (wohin sich viele Schulen und Unis weiterhin entwickeln) scheißen und solidarisch und neugierig sein!

Bildung für alle, umsonst und selbstbestimmt!

PS: …..und wenn mir eine Uni sagt, dass ich da nicht hingehöre, weil ich kein Fetzen Papier besitze, der mir bescheinigt, dass ich in der Schule brav genug war, dann ist das ein wunderbarer Grund eben jene Institution zu squatten!

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Offener Brief an die RWTH

Hallo, liebe Uni (oder besser: Hallo an die, die an der Uni das Sagen haben),

zu eurer Information: wir haben heute eines eurer Gebäude besetzt. Wir werden dort eine Woche bleiben und eine spannende Aktionswoche veranstalten. Bevor ihr es noch aus der Presse oder von den Ordnungshüter*innen erfahren müsst, wollten wir es euch lieber gleich selbst sagen und euch kurz erklären, warum wir uns für diese Aktion in diesem Gebäude entschieden haben.

Ihr habt das Gebäude einfach nicht mehr benutzt, ohne zu sagen, was ihr damit machen wollt und habt es jahrelang einfach leer stehen lassen. Die anliegenden Gewächshäuser wurden von euch weiterhin ganzjährig beheizt, obwohl die Anlage nicht mehr genutzt wurde. Was für eine Verschwendung.

Und überhaupt so viel Platz… – überlegt euch mal, was man da in der Zeit alles hätte machen können. Ungefähr das haben wir uns gedacht. Denn wir haben verdammt viele Ideen, wie der Raum einer Stadt genutzt werden könnte, so dass mehr Leute daran teilhaben können, damit wir uns treffen können, zusammen lernen, basteln, kochen, lachen, …

Wir haben es satt, in einer Welt zu leben, in der die Menschen immer mehr aneinander vorbei leben, in der unsere Beziehungen geprägt sind von Konkurrenz, ständigem Vergleich, Oberflächlichkeiten oder Gleichgültigkeit. Auch ihr als „Eliteuniversität“ seid Teil einer solchen Entwicklung. Unis sind längst nicht für alle Menschen zugänglich; zu viele Hindernisse gibt es für diejenigen, deren Eltern keine Akademiker*innen sind, die nicht mit dem gleichmacherischen Schulsystem klarkamen, die nicht genug Kohle haben, um sich einige Jahre Studium leisten zu können. Und die, die an der Uni sind, sehen sich einem zunehmenden Druck ausgesetzt: es geht nicht mehr darum, Herausforderungen zu meistern, selbstständig denken zu lernen, sondern letztlich dreht sich alles nur darum, genug Credit Points zu bekommen – und das funktioniert am besten mit einer gehörigen Portion Anpassungsvermögen und stumpfem Auswendiglernen. Die Uni ist eine Blase, in der sich viele Menschen verlieren – und dabei die Welt draußen und diejenigen, die den ganzen Akademikerblabla nicht verstehen (wollen), vergessen.

Auch diesen Trott wollen wir – wenigstens für kurze Zeit – durchbrechen und einen Ort schaffen, an dem alle willkommen sind und an dem wir den Versuch machen, gemeinsam und anders zu lernen und so, dass nicht nur eine Elite daran beteiligt sein kann. Wir wollen gärtnern, Sport machen, lesen oder diskutieren – und das alles selbstorganisiert und möglichst hierarchiefrei.

So, jetzt wisst ihr was wir vorhaben. Damit das auch alles ohne Streit funktioniert, fordern wir euch auf, uns nicht räumen zu lassen. Macht uns und euch das Leben nicht schwerer, als es eh schon ist. Kommt doch stattdessen einfach auf nen Kaffee vorbei und schaut euch an, wie man leere Gebäude besser nutzen kann – vielleicht lernt ja auch ihr was. Aber wenn ihr kommt, dann bitte ohne Polizei und Securitys, denn Menschen in Uniformen und mit weitreichenden Machtbefugnissen widersprechen ein bisschen unserer Vorstellung von einer besseren Welt.

Wir sehen uns dort!

Ein paar Besetzer*innen

Für weitere Infos und bei Rückfragen:

ac-besetzen@riseup.net

twitter: aachen_besetzen

 

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Der Muffeter Weg 5 ist besetzt – Kommt vorbei!

UPDATE: Francais English

Einladung zur widerständigen Aktionswoche

Heute, am 30.06.2018, wurde der Muffeter Weg 5 in Aachen besetzt. Es ist geplant, in dem seit Jahren leerstehenden Gebäude eine Woche zu bleiben. Diese Woche soll gefüllt werden mit allerlei Aktivitäten und Raum bieten zum Treffen, Lernen, Ausprobieren, Vernetzen, Machen, Kämpfen, Quatschen, Lesen, Feiern oder was euch noch so einfällt!

Wir laden alle Interessierten ein, vorbeizukommen und mitzugestalten. Es gibt genug Platz – bringt eure Freund*innen/Familien/Nachbar*innen mit und macht euch ne schöne Zeit oder organisiert Workshops, Diskussionen, Konzerte, Aktionen oder worauf ihr Lust habt!

Warum besetzen?

Es gibt viele Gründe, Häuser zu besetzen. Manche Menschen besetzen aus einer Notwendigkeit heraus – weil sie einfach irgendwo wohnen müssen und vielleicht die Mieten nicht bezahlen können. Andere brauchen Raum, um soziale/Jugendzentren aufzubauen oder – wie wir – um einfach mal aus den festgefahren Zuständen auszubrechen und daran zu schnuppern, wie wir das Leben besser gestalten könnten. Besetzungen können still oder laut sein, offensiv politische Forderungen vertreten oder eher hoffen, dass sie möglichst lange unentdeckt bleiben. Aber eins haben sie irgendwie alle gemeinsam: Sie setzen sich über die bestehenden Eigentumsverhältnisse, die unsere Gesellschaft bestimmen, hinweg, befreien sich von dem Ohnmachtsgefühl, das sich angesichts der Verhältnisse so gerne in unseren Köpfen einnistet, und nehmen ihr Leben selbst in die Hand.

Es ist halt einfach verdammt ungerecht, dass es so viele Menschen gibt, die in zu kleinen oder beschissenen Wohnungen leben oder sogar überhaupt keine Bude haben, während viele Häuser einfach leer stehen und verfallen. Es ist einfach kein Zustand, dass ein Großteil der Häuser in einer Stadt riesigen Unternehmen oder auch einfach Privatmenschen gehören, die das Grundbedürfnis „Wohnen“ anderer Menschen ausnutzen, um den eigenen Profit zu steigern. Beispiele hierfür sind „Vonovia“, die als größtes Wohnungsunternehmen Deutschlands ohne mit der Wimper zu zucken seinen Mieter*innen alle möglichen Renovierungs- oder sogar Instandhaltungskosten aufdrückt oder „Home Company“, die zentral gelegene Wohnungen mit Ikea-Möbel bestückt und dann für schlappe 23€ pro Quadratmeter vermietet.

Die Stadt gehört allen

Es kann doch nicht sein, dass die gezielte „Aufwertung“ bestimmter Stadtteile dazu führt, dass die Lebenskosten dort so sehr steigen, dass Menschen, die lange dort gewohnt haben, verdrängt werden und es sich bald nur noch eine bestimmte gesellschaftliche Schicht leisten kann, dort zu wohnen. Und wir haben auch keinen Bock drauf, dass in der Stadt, in der wir wohnen, die Innenstadt immer mehr so gestaltet wird, dass sie fast nur noch auf Konsum und das Prestigebedürfnis der Stadt ausgerichtet ist.

Eine Stadt sollte Raum bieten für alle Menschen, die dort wohnen. Wir wollen nicht nur konsumieren und gut aussehen, wir wollen den Raum, der uns umgibt, mitgestalten und die Dinge machen können, die uns Spaß machen!

Deshalb haben wir uns für die Besetzung entschieden. Wir haben beobachtet, dass das Gebäude seit mehreren Jahren leer steht und nicht genutzt wird. Auch die an das Haus angeschlossenen, beheizten (!) Gewächshäuser sind seit Jahren ungenutzt. Das wollten wir nicht weiter hinnehmen.

Wir haben gemerkt, dass uns der Alltag nervt, dass uns die Welt um uns rum oft traurig oder wütend macht, dass Arbeiten/Essen/Schlafen und zwischendurch mal nen Film schauen uns einfach nicht reicht. Deshalb nehmen auch wir jetzt unser Leben in die eigene Hand – und sei es auch räumlich und zeitlich begrenzt. Wir haben uns diesen leerstehenden Raum genommen und haben schon allerlei Ideen, was wir Besseres damit tun können, als ihn einfach leer zu lassen.

Beteiligt euch!

Es wird ein breites Programm geben – aber dieses Programm ist nicht fertig, es ist nicht unveränderbar, sondern es soll davon leben, dass sich möglichst viele Menschen mit ihren Ideen und Fähigkeiten einbringen und mitgestalten. Deshalb: wenn ihr gut gärtnern könnt, Gitarrenunterricht gebt, immer schon mal darüber reden wolltet, was Gentrifizierung eigentlich ist und wie sie funktioniert oder einfach bei nem Kaffee mit netten Leuten in der Sonne hängen wollt – macht es einfach! Nehmt die Orga selbst in die Hand oder sucht euch Leute, die euch helfen wollen, aber wartet nicht darauf, dass es jemand anderes für euch macht. Wir sind alle zusammen dafür verantwortlich, was aus dieser Woche wird.

 

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